Ökonomie der Anpassung an den Klimawandel

Ökonomie der Anpassung an den Klimawandel

Arbeitspaket 2: Institutionelle Analyse

Ausgangslage: Der Beitrag der Institutionenökonomie

Die ökonomische Literatur zur Klimaanpassung beschäftigt sich mit der optimalen (kostenminimierenden, wohlfahrtsmaximierenden) Anpassung an den Klimawandel. Dabei stößt das traditionelle Instrumentarium an seine Grenzen. Weitergehend sind dagegen Ansätze, die unterschiedliche Mechanismen der Allokation und Organisation der Nutzung knapper Ressourcen untersuchen. Darunter bietet sich vor allem die Institutionenökonomie mit ihrem Fokus auf formelle und informelle Allokationsregeln oder „Institutionen“ an.

Ziel: Analyse der Determinanten und Hindernisse des institutionellen Wandels für die erfolgreiche Klimawandelanpassung

Von bestimmten Gefährdungslagen ausgehend wird das Teilvorhaben Determinanten und Hindernisse des institutionellen Wandels beobachten. Wenn Klimaanpassung durch neu eingetretene Gefährdungen notwendig wird, stellt sich die Frage, unter welchen Bedingungen vorhandene Institutionen die entsprechende Umgestaltung gewährleisten, und wann dagegen neue Organisationsformen (und was für welche) notwendig sind, bzw. gewählt werden. Daraus lassen sich Erfolgsfaktoren und Hindernisse für die Anpassung an den Klimawandel ableiten.

Methoden: Fallstudienvergleich und vertiefende Sozialforschung

Zunächst werden gefährdete Kommunen aus den Studiengebieten nach der Art des Umgangs mit den Notwendigkeiten der Klimawandelanpassung untersucht. Manche Kommunen greifen für die notwendige Anpassung auf das vorhandene Instrumentarium des Planungs- und Ordnungsrechts zurück, während andere sich für neuartige, womöglich umfassendere Entscheidungsprozesse entscheiden. Solche unterschiedlichen Arten der Organisation von Anpassungsprozessen auf kommunaler Ebene werden anhand einer qualitativen vergleichenden Analyse („Qualitative Comparative Analysis – QCA“) nach Bedingungsfaktoren untersucht.

Aufbauend auf dieser Analyse werden ausgewählte Anpassungsprozesse und die darin erarbeiteten Maßnahmenbündel tiefergehend untersucht, um Faktoren zu identifizieren, die die Ausgestaltung und spätere Umsetzung befördern oder behindern. Durch teilnehmende Beobachtung und semi-strukturierte Interviews wird untersucht, welches Gewicht Eigenvorsorge und kollektives Handeln bei der jeweiligen Anpassung haben, sowie welche Hindernisse und Potentiale sich in der Zusammenarbeit der Akteure ergeben, über Ebenen und Sektoren hinweg.

Erwartetes Ergebnis: Kontextspezifische Herausforderungen oder „viele Wege führen nach Rom“

Es werden sehr heterogene Anpassungsprozesse erwartet, sowie ein starker Bezug der jeweiligen Anpassung zur jeweiligen Ausgangslage. Jedoch sollte die Methode es erlauben, spezifische Kombinationen von Erfolgsfaktoren zu isolieren, um daraus differenzierte Empfehlungen für die sektor- und ebenenübergreifende Ausgestaltung von Anpassungsprozessen zu formulieren.