Ökonomie der Anpassung an den Klimawandel

Ökonomie der Anpassung an den Klimawandel

Studienergebnisse online: Anpassungsprozesse benötigen informelle oder formelle Verwaltungsstrukturen

Kommunale Anpassungsprozesse sind dann zu beobachten, wenn entweder informelle Gesprächsrunden oder formelle Abläufe im Arbeitsleben der Verwaltung vorhanden sind. Die ist eines der Ergebnisse der nun veröffentlichten Berichte des Projekts „Ökonomie der Anpassung an den Klimawandel“. Matteo Roggero und Andreas Thiel untersuchen darin die Anpassungsstrategien der EU, des Bundes, der Länder sowie der Kommunen. In weiteren Berichten konzentrieren sich die Autoren besonders auf Kommunalverwaltungen und die Handlungsfelder Hochwasserschutz, Starkregen und Hitze.

Klimaanpassungsmaßnahmen sind Aufgabe der Kommunen

Der Bericht „Institutionen, Akteure und normative Aspekte der Klimaanpassung“ hält fest, dass sich Klimaanpassung in Deutschland noch in einer explorativen Phase befindet. In den verschiedenen Anpassungsstrategien besteht Einigkeit darüber, dass Entscheidungen über Klimaanpassungsmaßnahmen letztlich eine Aufgabe der Kommunen bzw. der Verwaltungen und Gemeinschaften auf lokaler Ebene sind. Kommunen werden den Klimawandel rasch spüren und sind am besten in der Lage, dessen Folgen einzuschätzen. Bund und Länder sehen ihre Aufgabe in erster Linie darin, Kommunen und Bürger in ihren Anpassungsbemühungen zu unterstützen.

Informelle Strukturen notwendig

In ihrer komparativen Analyse kommen sie zu dem Ergebnis, dass in den Kommunen besonders die informellen Institutionen am deutlichsten notwendig sind, damit Anpassungsprozesse stattfinden. Diese sind jedoch schwer zu erfassen. So besteht die Möglichkeit, dass in der Praxis bereits viel mehr Anpassungsprozesse stattfinden als gegenwärtig offiziell bekannt sind. Problematisch ist jedoch, dass sich informelle Prozesse definitorisch nicht regeln lassen. Somit haben Bund und Länder wenige Möglichkeiten, Kommunen in diesen Angelegenheiten zu unterstützen.

Förderung der informellen und formellen Faktoren

Zusammenfassend kommen sie zu dem Schluss, dass tatsächlich beobachtete Anpassungsprozesse sich organisatorisch nicht erklären lassen, und daher ganz anders motiviert zu sein scheinen. Notwendig für kommunale Anpassungsprozesse sind sowohl formelle als auch informelle Eigenschaften, wie frühzeitige Beteiligung und das Vorhandensein von hauptsächlich koordinierenden Einheiten sowie ein konkreter Anpassungsbedarf. Bund und Länder sowie die örtliche Politik sollten daher Strategien nachgehen, die solche informellen sowie formellen Faktoren unterstützen.

Projekt stellt Forschungsergebnisse auf Konferenz vor

Die gesamten Forschungsergebnisse zu den ökonomischen Auswirkungen von Klimawandel und Anpassungsstrategien in Deutschland stellt das Projekt auf einer Konferenz am 17. März 2015 in Berlin vor. Die Forscherinnen und Forscher laden Kolleginnen und Kollegen aus den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Vertreter/innen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung ein die Ergebnisse mit ihnen zu diskutieren.

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Weitere Informationen zur Konferenz „Ökonomie der Anpassung an den Klimawandel in Deutschland“
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